Du planst einen Urlaub mit Hund in Portugal? In diesem Beitrag erfährst Du alles über Einreisebestimmungen, Hundestrände, Reisezeit, Hitzeschutz, Autofahrt, Gesundheitsvorsorge und mehr. So bist Du perfekt vorbereitet für Deinen Urlaub mit Hund in Portugal und kannst ihn gemeinsam mit Deinem Vierbeiner voll und ganz genießen.
Urlaub mit Hund in Portugal: Zwischen Atlantikwellen, wilden Küsten und warmen Pfoten
Inhaltsverzeichnis
Portugal klingt nach Atlantikrauschen, goldenen Felsen, kleinen weißen Dörfern und langen Abenden unter freiem Himmel. Für viele Menschen ist das Land deshalb ein Sehnsuchtsziel. Aber eignet sich Portugal auch für einen Urlaub mit Hund?
Grundsätzlich lautet die Antwort: ja. Portugal kann mit Hund ein wunderbares Reiseziel sein. Vor allem außerhalb der heißen Sommermonate findest Du viel Natur, kilometerlange Küstenabschnitte und abwechslungsreiche Wandergebiete. Gleichzeitig solltest Du die Reise sorgfältiger planen als einen Urlaub an der deutschen Nordsee.Die lange Anfahrt, gegebenenfalls hohe Temperaturen, unterschiedliche Regeln an Stränden und spezielle Erkrankungsrisiken verlangen etwas Vorbereitung. Damit aus dem Portugalurlaub keine spontane Expedition in Richtung Sonnenstich wird, erfährst Du hier, worauf Du bei der Einreise, der Wahl der Reisezeit, am Strand und unterwegs achten solltest.
Urlaub mit Hund in Portugal: Ist Portugal ein hundefreundliches Reiseziel?
Portugal gilt grundsätzlich als tierfreundlich. Hunde gehören vielerorts zum Alltag, und inzwischen gibt es zahlreiche Ferienhäuser, Apartments, Campingplätze und Hotels, in denen Haustiere willkommen sind. Auch zum Bueispiel die offizielle portugiesische Tourismusplattform bietet bei Unterkünften eine Filtermöglichkeit für haustierfreundliche Angebote.
Trotzdem solltest Du „hundefreundlich“ nicht automatisch mit „Hunde dürfen überall mit hinein“ übersetzen. In vielen Restaurants, Supermärkten, Geschäften und an bestimmten Stränden sind Tiere nicht erlaubt. Die konkreten Regeln können je nach Gemeinde, Strandabschnitt, Verkehrsmittel und Betreiber unterschiedlich ausfallen. Die portugiesische Tourismusbehörde weist ausdrücklich darauf hin, dass Hunde in einigen Restaurants, Geschäften, Supermärkten und an bestimmten Stränden keinen Zutritt haben. Dementsprechend solltest Du immer genau darauf achten und Dich ggf. auch vor Deiner Buchung informieren – damit Du am Ende nicht genau dort bist, wo Du zum Beispiel nicht mit Deiner Fellnase an den nahegelegenen Strand kannst.
Gerade bei Ferienunterkünften lohnt es sich zudem, nicht nur den Filter „Haustiere erlaubt“ anzuklicken. Frage vor der Buchung nach, ob Größe und Anzahl der Hunde begrenzt sind, ob ein Aufpreis verlangt wird und ob der Hund allein in der Unterkunft bleiben darf.
Ein eingezäunter Garten klingt auf Bildern außerdem schnell nach hundlichem Paradies. In der Realität kann der Zaun jedoch kniehoch sein oder unter dem charmanten Begriff „Naturbegrenzung“ aus drei Sträuchern und einer optimistischen Steinreihe bestehen. Bitte lass Dir bei Bedarf konkrete Angaben oder Fotos schicken.
Dennoch können wir aus eigener Erfahrung sagen, dass Portugal sehr hundefreundlich ist – eben mit ein paar Einschränkungen. Aber das ist in jedem Land, das wir bisher bereist haben, so.
Einreisebestimmungen für einen Urlaub mit Hund in Portgual
Portugal gehört zur Europäischen Union. Für die Einreise aus Deutschland gelten daher grundsätzlich die EU-Regeln für Reisen mit Heimtieren.
Dein Hund benötigt:
- einen gültigen EU-Heimtierausweis,
- eine eindeutige Kennzeichnung durch einen Mikrochip,
- eine gültige Tollwutimpfung.
Der EU-Heimtierausweis enthält unter anderem die Chipnummer, Angaben zum Tier und den dokumentierten Tollwutimpfschutz. Die Tollwutimpfung muss nach der Kennzeichnung erfolgt sein. Bei einer Erstimpfung gilt zudem eine Wartezeit, bevor die Impfung für eine grenzüberschreitende Reise gültig ist.
Kontrolliere rechtzeitig vor der Abfahrt, ob die Chipnummer im Heimtierausweis korrekt eingetragen und gut lesbar ist. Achte außerdem darauf, dass die Tollwutimpfung während der gesamten Reise gültig bleibt. Ein fehlender Aufkleber, eine nicht eingetragene Chipnummer oder eine abgelaufene Impfung kann an der Grenze oder bei einer Kontrolle zum Problem werden.
Besondere Regeln gelten auch bei der Einreise aus bestimmten Nicht-EU-Ländern. Seit dem 22. April 2026 gelten teilweise aktualisierte Vorschriften für die nicht kommerzielle Einreise von Hunden, Katzen und Frettchen nach Portugal aus Ländern außerhalb der EU. Wer beispielsweise über das Vereinigte Königreich oder ein anderes Drittland reist, sollte die aktuellen Bestimmungen unbedingt bei der portugiesischen Veterinärbehörde DGAV prüfen. (dgav.pt)
Mit dem Auto nach Portugal: Eine lange Reise mit vielen Etappen
Von Deutschland bis nach Portugal bist Du je nach Start- und Zielort schnell mehr als 2.000 Kilometer unterwegs. Selbst ein Hund, der Autofahrten gut kennt, sollte diese Strecke nicht in einem einzigen Rutsch bewältigen müssen. Plane mindestens eine, besser zwei oder drei Übernachtungen ein. Die genaue Aufteilung hängt davon ab, wie entspannt Dein Hund im Auto reist, wie viele Fahrer sich abwechseln können und ob Dein Hund jung, alt, gesund oder körperlich eingeschränkt ist.
Mache regelmäßig Pausen, in denen Dein Hund trinken, sich lösen und einige Minuten bewegen kann. Dabei geht es nicht darum, an jeder Raststätte ein sportliches Trainingslager zu eröffnen. Kurze, ruhige Schnüffelrunden reichen meistens aus. Ein ohnehin aufgeregter Hund muss nicht zusätzlich mit Ballspielen zwischen Lkw, Reisebussen und Tankstellengeruch hochgefahren werden.
Im Auto sollte Dein Hund sicher transportiert werden, beispielsweise in einer stabilen Transportbox oder mit einem geeigneten Rückhaltesystem. Wasser, Napf, Leine, Kotbeutel und wichtige Medikamente gehören so ins Fahrzeug, dass Du sie nicht erst unter vier Koffern, einem Strandstuhl und der kompletten Urlaubsgarderobe ausgraben musst.
Besonders wichtig: Lass Deinen Hund niemals im geparkten Auto zurück. Das gilt nicht nur am Zielort. Auch auf Rastplätzen in Frankreich, Spanien oder Portugal kann sich ein Fahrzeug innerhalb kurzer Zeit lebensgefährlich aufheizen.
Urlaub mit Hund in Portugal: Alternative Fliegen?
Ein Flug verkürzt die Reisezeit erheblich, ist aber nicht für jeden Hund die bessere Lösung. Kleine Hunde dürfen bei manchen Fluggesellschaften unter bestimmten Voraussetzungen in einer geeigneten Tasche mit in die Kabine. Größere Hunde werden häufig im Frachtraum transportiert. Welche Gewichtsgrenzen, Boxengrößen und Buchungsbedingungen gelten, legt jede Airline selbst fest. Auch die Anzahl der Tiere pro Flug kann begrenzt sein. Melde Deinen Hund daher nicht erst nach der Flugbuchung an.
Für sehr ängstliche, kranke, alte oder hitzeempfindliche Hunde kann ein Flug eine erhebliche Belastung darstellen. Kurznasige Rassen haben bei Wärme und Stress zudem ein erhöhtes Atemwegsrisiko. Einige Fluggesellschaften schränken den Transport solcher Hunde ein oder schließen ihn aus.
Besprich einen geplanten Flug deshalb frühzeitig mit Deiner Tierarztpraxis. Beruhigungsmittel sollten niemals eigenmächtig verabreicht werden. Manche Präparate beeinflussen Kreislauf, Gleichgewicht oder Atmung und können während des Transports zusätzliche Risiken verursachen.
Und frage Dich bitte ehrlich, ob Du für einen Urlaub Deinem Hund den Stress wirklich antun möchtest.

Die beste Reisezeit für Portugal mit Hund
Für einen klassischen Badeurlaub zieht es viele Menschen im Juli oder August nach Portugal. Für Hunde sind ausgerechnet diese Monate häufig die ungünstigste Reisezeit.
Im portugiesischen Sommer können die Temperaturen im Landesinneren und im Süden deutlich über 30 Grad steigen, inzwischen nicht selten sogar über 40 Grad. Asphalt, Pflastersteine und Sand erhitzen sich zusätzlich. Spaziergänge sind dann oft nur früh morgens oder spät abends möglich. Tagsüber schrumpft das Urlaubsprogramm schnell auf Schattenplatz, Wassernapf und die Frage zusammen, ob die Klimaanlage wirklich funktioniert.
Angenehmer sind häufig April, Mai, Oktober und je nach Region auch November. Dann ist es meist milder, viele Orte sind weniger überfüllt und ausgedehnte Spaziergänge lassen sich besser in den Tagesablauf integrieren.
Auch der Winter kann interessant sein, vor allem an der Algarve. Allerdings bedeutet „mild“ nicht automatisch „dauerhaft trocken und sonnig“. An der Atlantikküste können Wind, Regen und hohe Wellen auftreten. Im Norden Portugals ist das Klima generell kühler und feuchter als im Süden. Für Hunde, die Wärme schlecht vertragen, dichtes Fell haben, älter sind oder Herz-Kreislauf-Probleme besitzen, ist die Nebensaison meist klar die bessere Wahl.
Freunde von uns verbringen die Wintermonate gerne in Portugal. Für ihren kleinen alten Jack Russell Terrier sind die Wintermonate im Norden oft zu kalt. Die milden Temperaturen in Portugal liebt er und blüht richtig auf. Es lohnt sich also durchaus, diese Monate zu nutzen, zudem es dann sowieso viel leerer und auch oft um einiges günstiger ist.
Hitzeschutz im Portugalurlaub
Hunde regulieren ihre Körpertemperatur hauptsächlich über Hecheln und in geringerem Umfang über die Pfoten. Bei hoher Außentemperatur, direkter Sonneneinstrahlung und körperlicher Belastung kann ihr Organismus deshalb schnell an Grenzen geraten.
Verlege längere Spaziergänge in die frühen Morgenstunden. Am Abend solltest Du warten, bis nicht nur die Luft, sondern auch der Boden abgekühlt ist. Prüfe Asphalt und Pflaster mit der Handfläche. Kannst Du Deine Hand dort nicht mehrere Sekunden liegen lassen, ist der Untergrund auch für Hundepfoten zu heiß.
Nimm immer ausreichend Wasser mit. Am Strand kann eine Strandmuschel oder ein großer Sonnenschirm Schatten bieten. Bedenke aber, dass sich auch darunter warme Luft stauen kann. Ein Platz im Schatten ist keine Klimaanlage mit Meeresblick.
Warnzeichen für eine Überhitzung können starkes Hecheln, Unruhe, Schwäche, Taumeln, Erbrechen, sehr rote oder auffallend blasse Schleimhäute und Teilnahmslosigkeit sein. Bei einem Verdacht auf Hitzschlag handelt es sich um einen tiermedizinischen Notfall. Bringe Deinen Hund aus der Hitze, beginne umgehend mit der Kühlung und kontaktiere sofort eine Tierarztpraxis oder Tierklinik. Verwende kein eiskaltes Wasser und zwinge den Hund nicht zum Trinken.
Hundestrände in Portugal: Darf der Hund mit ans Meer?
Portugal besitzt eine beeindruckende Küstenlinie. Trotzdem darf Dein Hund nicht automatisch an jeden Strand.
Vor allem an offiziell bewachten Badestränden können Hunde während der Badesaison verboten sein. Die Saison und die örtlichen Regelungen unterscheiden sich je nach Gemeinde und Strand. Außerhalb der Hauptsaison werden Hunde an vielen Strandabschnitten eher geduldet oder ausdrücklich erlaubt. Es gibt außerdem ausgewiesene Hundestrände.
Verlasse Dich nicht ausschließlich auf ältere Blogartikel oder Karten-Apps. Ein Strand, der im vergangenen Jahr noch frei zugänglich war, kann inzwischen anders beschildert sein (und auch andersrum). Prüfe die Hinweise am Zugang und frage bei Unsicherheit bei der Gemeinde, Touristeninformation oder Unterkunft nach.
Auch an erlaubten Stränden solltest Du Rücksicht nehmen. Nicht jeder Mensch möchte von einem nassen Hund begrüßt oder beim Picknick sandgestrahlt werden. Halte Deinen Hund abrufbar und leine ihn an, sobald es unübersichtlich wird.
Das Meer selbst birgt ebenfalls Risiken. Der Atlantik kann starke Wellen, Strömungen und einen kräftigen Sog entwickeln. Selbst gute Schwimmer können überrascht werden. Lass Deinen Hund nicht weit hinausschwimmen und achte auf Warnflaggen sowie örtliche Hinweise. Zudem ist eine Hundeschwimmweste sinnvoll – selbst bei guten Schwimmern. An felsigen Küstenabschnitten kommen scharfe Kanten, rutschige Steine und plötzlich anrollende Wellen hinzu.
Meerwasser eignet sich außerdem nicht als Durstlöscher. Nimmt ein Hund größere Mengen Salzwasser auf, können unter anderem Erbrechen, Durchfall und Störungen des Salzhaushalts auftreten. Biete deshalb regelmäßig frisches Wasser an und verhindere, dass Dein Hund beim Spielen ständig Wasser schnappt.
Nach dem Strandbesuch kannst Du Salz und Sand mit klarem Wasser aus dem Fell und von den Pfoten spülen. Kontrolliere besonders die Zwischenzehenräume, Augen und Ohren. Sandkörner entwickeln dort gern ein erstaunliches Talent zur Dauerbeschäftigung.
Welche Regionen eignen sich für den Urlaub mit Hund in Portugal?
Die Algarve ist wegen ihrer Felsbuchten, Strände und guten touristischen Infrastruktur besonders beliebt. In den Sommermonaten wird es dort jedoch heiß und voll. Mit Hund ist die Algarve daher vor allem im Frühjahr, Herbst oder Winter interessant. Die Westküste und die Costa Vicentina wirken vielerorts ursprünglicher. Hier findest Du wilde Landschaften, hohe Klippen und lange Strände. Der Wind sorgt oft für etwas Abkühlung, aber auch hier kann die Sonne sehr intensiv sein. Die Brandung des Atlantiks ist an vielen Stellen kräftig.
Zentralportugal bietet Wälder, Flusstäler und kleinere Orte abseits der großen Urlaubszentren. Im Landesinneren können die Sommertemperaturen allerdings besonders hoch ausfallen.
Der Norden rund um Porto, Minho und den Nationalpark Peneda-Gerês ist grüner und häufig etwas kühler. Für Menschen, die gern wandern und nicht ausschließlich am Strand liegen möchten, kann diese Region eine spannende Alternative sein.
Lissabon oder Porto lassen sich ebenfalls mit Hund besuchen, verlangen aber mehr Planung. Menschenmengen, Verkehr, heiße Gehwege und eingeschränkte Zutrittsmöglichkeiten können für den Hund anstrengend sein. Eine Unterkunft am Stadtrand und kurze Ausflüge ins Zentrum sind oft entspannter als mehrere Tage mitten im Trubel.
Leinenpflicht und Verhalten in der Öffentlichkeit
In Portugal solltest Du Deinen Hund in öffentlichen Bereichen grundsätzlich kontrolliert führen und örtliche Beschilderungen beachten. Je nach Gemeinde, Verkehrsmittel und Einstufung des Hundes können Leine, Maulkorb oder weitere Vorgaben erforderlich sein.
Auch die Regeln für Busse, Bahnen und städtische Verkehrsbetriebe unterscheiden sich. Informiere Dich direkt beim jeweiligen Anbieter, bevor Du mit Hund einsteigst. Die offizielle Tourismusinformation weist darauf hin, dass die Mitnahme von Tieren zwar grundsätzlich möglich sein kann, aber von den jeweiligen Transportbedingungen abhängt.
Ein gut sitzender Maulkorb gehört deshalb ins Reisegepäck, selbst wenn Dein Hund ihn im Alltag kaum benötigt. Gewöhne ihn vor dem Urlaub kleinschrittig daran. Der erste Maulkorbversuch sollte nicht auf einem portugiesischen Bahnhof stattfinden, während der Zug einfährt und alle Beteiligten bereits aussehen, als bräuchten sie Urlaub vom Urlaub.
Führe außerdem immer Kotbeutel mit und entsorge Hinterlassenschaften zuverlässig. In Naturschutzgebieten gelten häufig besondere Regeln zum Schutz wild lebender Tiere. Dort solltest Du Deinen Hund unabhängig von seinem Jagdinteresse anleinen.
Gesundheitsvorsorge: Leishmaniose, Herzwürmer und Zecken
Vor einer Reise nach Portugal solltest Du mit Deiner Tierarztpraxis über einen passenden Parasitenschutz sprechen. In südlichen Regionen Europas kommen Erkrankungen vor, die durch Sandmücken, Stechmücken oder Zecken übertragen werden können.
Dazu gehören unter anderem Leishmaniose und Dirofilariose, die häufig als Herzwurmerkrankung bezeichnet wird. Auch verschiedene durch Zecken übertragene Infektionen spielen eine Rolle. ESCCAP empfiehlt für Portugal einen konsequenten Schutz gegen Mücken beziehungsweise Sandmücken und Zecken. Eine Impfung gegen Leishmaniose ist möglich, schützt aber nicht vollständig und ersetzt keinen Insektenschutz. (esccap.org)
Welches Mittel für Deinen Hund geeignet ist, hängt unter anderem von Alter, Gewicht, Gesundheitszustand, Reisedauer und weiteren Tieren im Haushalt ab. Manche Wirkstoffe, die bei Hunden verwendet werden, können für Katzen gefährlich sein. Verwende deshalb keine Präparate auf eigene Faust und kombiniere nicht mehrere Produkte ohne tierärztliche Rücksprache.
Je nach individuellem Risiko kann nach der Reise außerdem eine Untersuchung auf bestimmte Reiseerkrankungen sinnvoll sein. Bei Leishmaniose und Herzwürmern sind Infektionen nicht immer unmittelbar nach der Rückkehr sicher nachweisbar. ESCCAP nennt für entsprechende Tests teilweise einen Zeitraum von sechs bis neun Monaten nach dem Aufenthalt.
Weitere Gefahren für Hunde in Portugal
Neben Hitze und Parasiten gibt es einige weitere Punkte, die Du im Blick behalten solltest.
In Piniengebieten können Prozessionsspinnerraupen auftreten. Ihre Brennhaare können bei Hunden schwere Reaktionen auslösen. Besonders gefährdet sind Nase, Maul und Zunge, wenn ein Hund an den Raupen schnuppert oder sie aufnimmt. Entdeckst Du typische Raupenketten oder Nester in Pinien, halte großen Abstand. Bei Kontakt ist sofort tierärztliche Hilfe erforderlich.
Achte in trockenen Gebieten außerdem auf Grannen. Die spitzen Pflanzenteile können sich in Pfoten, Ohren, Nase oder Haut bohren. Kontrolliere Deinen Hund nach Spaziergängen gründlich, besonders bei langem Fell.
Auch freilaufende Hunde können vorkommen. Nicht jede Begegnung verläuft problematisch, dennoch solltest Du Deinen Hund nicht unkontrolliert zu fremden Tieren laufen lassen. Halte Abstand, wechsle gegebenenfalls die Straßenseite und vermeide enge Situationen.
An Stränden und auf Wegen können Glasscherben, Angelhaken, Fischreste oder scharfkantige Muscheln liegen. Ein kleines Erste-Hilfe-Set mit Verbandsmaterial, Wundspüllösung, Pinzette, Zeckenzange und den wichtigsten Telefonnummern gehört deshalb in jedes Reisegepäck – Du findest in unserem Beitrag Hundeapotheke viele Tipps, wie Du Dein Set ausstatten solltest.
Was gehört für den Hund ins Portugalgepäck?
Neben Leine, Geschirr und Futter helfen Dir einige Dinge dabei, unterwegs flexibel zu bleiben:
- EU-Heimtierausweis, Kopien wichtiger Dokumente und Kontaktdaten der Haftpflichtversicherung,
- ausreichend gewohntes Futter (ggf. auch etwas Schonkost, zum Beispiel Moro-Suppe im TetraPack oder gefriergetrocknete Schonkost)
- Medikamente
- Wasser
- faltbarer Napf
- Erste-Hilfe-Set
- Schleppleine
- gut sitzender Maulkorb (wichtig! Die standardisierten Maulkörbe bieten meist nicht ausreichend Platz zum Hecheln. Lasse Dich am besten von einer speziellen Maulkorbmaunfaktur beraten)
- Handtuch
- Pfotenschutz
- ggf. vertrauter Schlafplatz.
Eine stabile Schleppleine kann an weitläufigen Strandabschnitten oder in unbekannten Gegenden sehr praktisch sein. Sie gibt Deinem Hund Bewegungsfreiheit, ohne dass Du Dich darauf verlassen musst, dass zwischen Wellen, Möwen und neuen Gerüchen jeder Rückruf sofort funktioniert.
Speichere außerdem vorab Tierarztpraxen und Tierkliniken in der Nähe Deiner Unterkunft. Im Notfall spart das wertvolle Zeit. Notiere Dir die Adressen zusätzlich offline, denn das Mobilfunknetz zeigt gelegentlich genau dann seine künstlerisch freie Phase, wenn man es dringend braucht.

Entspannter Urlaub beginnt nicht erst in Portugal
Ein Ortswechsel ist für Hunde nicht automatisch Erholung. Lange Fahrten, neue Geräusche, fremde Menschen, ungewohnte Böden und veränderte Tagesabläufe können anstrengend sein. Besonders sensible oder ältere Hunde brauchen nach der Ankunft zunächst Ruhe.
Plane nicht für jeden Tag ein volles Programm. Dein Hund muss weder alle Städte besichtigen noch jeden Aussichtspunkt erklimmen. Manchmal ist ein ruhiger Morgen auf der Terrasse wertvoller als die nächste Sehenswürdigkeit.
Nimm die vertraute Decke oder das gewohnte Körbchen mit. Halte Fütterungszeiten und Ruhephasen möglichst ähnlich wie zu Hause. Beobachte Deinen Hund: Frisst er normal? Kann er schlafen? Wirkt er entspannt oder dauerhaft angespannt? Häufiges Hecheln, Rastlosigkeit, übermäßiges Bellen, Durchfall oder ungewöhnliche Anhänglichkeit können Hinweise auf Stress sein.
Gerade im Urlaub neigen wir dazu, möglichst viel erleben zu wollen. Für den Hund zählt jedoch nicht die Anzahl der besuchten Orte. Entscheidend ist, ob er sich sicher fühlt und die gemeinsamen Unternehmungen bewältigen kann.
Fazit: Urlaub mit Hund in Portugal braucht Planung, kann aber wunderschön sein
Portugal bietet mit seiner abwechslungsreichen Landschaft, dem Atlantik und vielen naturnahen Regionen beste Voraussetzungen für einen besonderen Urlaub mit Hund. Vor allem in der Nebensaison kannst Du lange Spaziergänge, ruhige Strände und milde Temperaturen genießen.
Damit die Reise für Deinen Hund wirklich angenehm wird, solltest Du Einreisebestimmungen, Unterkunft, Route und Gesundheitsvorsorge frühzeitig klären. Meide extreme Hitze, prüfe die Regeln an jedem Strand und unterschätze weder die Kraft des Atlantiks noch das Risiko durch Mücken und Zecken. Nicht jeder Hund muss für einen gelungenen Urlaub mehrere tausend Kilometer reisen. Für einen gesunden, reiseerfahrenen Hund, der neue Umgebungen gut verarbeitet, kann Portugal jedoch ein großartiges Ziel sein. Mit ausreichend Pausen, Schatten, Wasser und einem realistischen Tagesplan wird aus der langen Reise ein gemeinsames Abenteuer zwischen Atlantikwind, Sandpfoten und portugiesischer Gelassenheit.
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Bildnachweis: Depositphotos.com Black dog lying on the beach @ evgord (Titelbild), Dogs traveling by airplane @ Chalabala







