Hund baden lassen – Darf mein Hund hier baden? 5 Tipps

Hund baden lassen - Gefahren und Tipps

Hund baden lassen: Nicht jede Wasserquelle ist eine gute Idee, damit Dein Hund etwas Abkühlung oder Spaß hat. An einem warmen Sommertag gibt es kaum etwas Schöneres, als gemeinsam mit dem Hund ans Wasser zu fahren. Während wir uns über eine angenehme Abkühlung freuen, springen viele Hunde voller Begeisterung in den nächsten See, Bach oder ans Meer. Doch genau hier lauern einige Gefahren, die vielen Hundehaltern gar nicht bewusst sind. Nicht jedes Gewässer eignet sich zum Baden und nicht überall ist es überhaupt erlaubt. Hinzu kommen Risiken wie Blaualgen, starke Strömungen, Schiffsverkehr oder versteckte Gegenstände unter der Wasseroberfläche. Wer seinen Hund sicher durch den Sommer begleiten möchte, sollte deshalb nicht nur auf die Außentemperatur achten, sondern auch einen Blick auf das Gewässer werfen. In diesem Beitrag erfährst Du, worauf Du achten solltest, wo Dein Hund bedenkenlos planschen kann und wann Du lieber auf das Badevergnügen verzichten solltest.

Hund baden lassen: Darf mein Hund überall baden?

Die kurze Antwort lautet: Nein. Viele gehen davon aus, dass ein natürlicher See automatisch auch ein Hundebadeplatz ist. Tatsächlich entscheiden aber Gemeinden, Städte oder Grundstückseigentümer selbst darüber, ob Hunde ins Wasser dürfen. Deshalb unterscheiden sich die Regelungen teilweise sogar zwischen zwei benachbarten Seen. Besonders häufig gelten Badeverbote für Hunde an offiziellen Badestränden oder während der Hauptsaison. Der Grund ist meist nicht der Hund selbst, sondern der Schutz anderer Badegäste und die Hygiene.

Auch in Naturschutzgebieten oder Landschaftsschutzgebieten gelten häufig besondere Vorschriften. Dort sollen Wasser- und Uferbewohner möglichst wenig gestört werden. Selbst wenn Dein Hund hervorragend hört, kann das Betreten bestimmter Bereiche verboten sein. Ein kurzer Blick auf Hinweisschilder erspart deshalb nicht nur Ärger, sondern schützt auch die Natur. Zusätzlich gibt es einige Gefahren, die im schlimmsten Fall für Deinen Hund tödlich enden können:

Hund baden lassen: Vorsicht vor Blaualgen

Eines der größten Sommerrisiken sind Blaualgen. Der Name ist etwas irreführend, denn eigentlich handelt es sich um Cyanobakterien. Sie können giftige Stoffe produzieren, die sowohl für Menschen als auch für Hunde gefährlich werden.

Gerade Hunde sind besonders gefährdet. Während wir meist nur bis zu den Knien ins Wasser gehen, schwimmen viele Hunde ausgiebig, trinken dabei Wasser oder lecken sich anschließend das Fell trocken. So gelangen die Giftstoffe direkt in den Körper.

Typische Warnzeichen können sein:

  • grünliche oder blaugrüne Schlieren auf dem Wasser
  • trübes Wasser mit einer “Erbsensuppen-Optik”
  • unangenehmer Geruch
  • sichtbare Warnschilder am Gewässer

Falls Du Dir unsicher bist, gilt lieber einmal zu viel verzichten als einmal zu wenig. Zeigt Dein Hund nach dem Baden Symptome wie Erbrechen, Durchfall, Zittern, Krämpfe oder starke Müdigkeit, solltest Du umgehend eine Tierarztpraxis aufsuchen. Gerade bei Blaualgengiften zählt manchmal jede Minute.

Beispielbild Blaualgen woran erkenne ich sie

Die Gefahr auf Blaualgen steigt bei höheren Temperaturen und stehendem Gewässer (also vor allem Seen). Ich habe erst heute eine Warnung für einen See bei uns in der Nähe gelesen. Jedes Jahr sterben Hunde an einer Blaualgenvergiftung. Dieses Thema sollte also nicht leichtsinnig wegigorniert werden. Während des Badens wird Dein Hund es nicht merken. Danach kann es bereits zu spät sein.

Flüsse sind oft gefährlicher als sie aussehen

Ein ruhiger Fluss kann auf den ersten Blick harmlos wirken. Unter der Oberfläche sieht die Realität jedoch oft ganz anders aus. Strömungen lassen sich vom Ufer aus nur schwer einschätzen. Besonders Wehre, Schleusen oder Flussbiegungen können selbst geübte Schwimmer überraschen. Dazu kommen Äste, Steine oder versunkene Hindernisse, an denen sich Hunde verletzen oder hängen bleiben können.

Auch Schiffsverkehr sollte nicht unterschätzt werden. Die Wellen größerer Boote entwickeln eine enorme Kraft und können Hunde schnell abtreiben. Wenn Du Deinen Hund an einem Fluss baden lassen möchtest, suche möglichst flache Einstiegsstellen ohne starke Strömung und behalte Deinen Vierbeiner immer im Blick.Nicht nur Menschen ertrinken aufgrund der Strömungen in Flüssen, selbst wenn sie gute Schwimmer sind. Auch bei Hunden liest man immer wieder Berichte. Ich habe letzte Woche erst von einem Fall im Rhein gehört. Sei also lieber ein Mal zu vorsichtig als zu nachsichtig.

Seen sind nicht automatisch sicher?

Viele verbinden Seen mit ruhigem Wasser und geringem Risiko. Tatsächlich gibt es aber auch hier einige Dinge zu beachten. Manche Seen fallen sehr steil ab. Andere besitzen einen weichen, schlammigen Untergrund, auf dem Hunde leicht den Halt verlieren. Außerdem können Glasscherben, Angelhaken oder scharfkantige Muscheln am Ufer liegen. Gerade im Hochsommer erwärmen sich kleinere Gewässer außerdem sehr schnell. Warmes Wasser enthält weniger Sauerstoff und bietet ideale Bedingungen für Bakterien und Algen.

Je klarer das Wasser und je sauberer das Ufer wirken, desto besser sind meist auch die Bedingungen für einen sicheren Badespaß.

Beachte zudem, dass es zu einem sogenannten Kälteschock kommen kann. Ist das Wasser noch nicht so warm, der Körper aber aufgeheizt durch höhere Außentemperaturen, kann der Sprung ins kühle Nass zu einem Kreislaufkollaps führen.

Hund baden lassen: Baden im Meer

Viele Hunde lieben das Meer. Die Wellen, der Sand und die weiten Strände machen den Ausflug zu einem echten Abenteuer. Allerdings bringt Salzwasser ebenfalls einige Besonderheiten mit sich. Trinkt Dein Hund größere Mengen Meerwasser, kann das zu Erbrechen, Durchfall oder Kreislaufproblemen führen. Deshalb solltest Du immer ausreichend frisches Trinkwasser dabeihaben.

Nach dem Baden empfiehlt es sich außerdem, das Fell mit klarem Wasser abzuspülen. Salz trocknet Haut und Fell aus und kann bei empfindlichen Hunden Juckreiz verursachen. An vielen Küsten gelten während der Hauptsaison außerdem Leinenpflicht oder zeitliche Einschränkungen für Hunde. Informiere Dich deshalb vorab über die jeweiligen Strandabschnitte. Bei einem Urlaub mit Hund in Dänemark ist es beispielsweise so, dass außerhalb der Saison Dein Hund an den meisten Stränden frei laufen darf. Innerhalb der Saison gilt Leinenpflicht.

Beachte zudem, dass je nach Bereich die Wellen eine enorme Kraft entwickeln können. Dein Hund könnte ins Meer gezogen und abgetrieben werden. Außerdem ist am Strand die UV-Belastung besonders hoch.

Hund baden lassen – Leptospirose: Eine oft unterschätzte Gefahr

Nicht nur sichtbare Gefahren spielen eine Rolle. Auch Krankheitserreger können sich im Wasser befinden. Leptospiren sind Bakterien, die unter anderem über den Urin infizierter Wildtiere in Gewässer gelangen können. Besonders stehende oder langsam fließende Gewässer gelten als Risikobereiche. Eine Infektion kann Fieber, Erbrechen, Appetitlosigkeit oder schwere Organerkrankungen verursachen. Viele Hunde sind heute gegen Leptospirose geimpft, dennoch ersetzt die Impfung keinen vernünftigen Umgang mit potenziell belasteten Gewässern.

Vor allem Pfützen oder kleine Tümpel im Hochsommer solltest Du möglichst meiden.

Hund baden lassen: Die richtige Vorbereitung macht den Unterschied

Ein entspannter Badetag beginnt nicht erst am Wasser. Nimm ausreichend Trinkwasser für Deinen Hund mit, damit er gar nicht erst versucht, größere Mengen aus dem See oder Meer zu trinken. Ein Handtuch gehört ebenso ins Gepäck wie eventuell eine Hundedecke für Pausen im Schatten.

Gerade an unbekannten Orten kann eine Schleppleine sehr hilfreich sein. Sie gibt Deinem Hund Bewegungsfreiheit, ohne dass Du die Kontrolle verlierst. Besonders dann, wenn Wildtiere unterwegs sind oder Du zunächst prüfen möchtest, wie das Gewässer beschaffen ist, bietet eine Schleppleine zusätzliche Sicherheit.

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Auch nach dem Baden lohnt sich ein kurzer Gesundheitscheck. Kontrolliere Pfoten, Ohren und Fell auf kleine Verletzungen oder Zecken und trockne insbesondere langes Fell gut ab.

Muss jeder Hund schwimmen?

Ganz klar: Nein. Viele Hunde lieben Wasser. Andere gehen höchstens bis zum Bauch hinein. Beides ist völlig in Ordnung.

Manche Rassen sind hervorragende Schwimmer, andere tun sich aufgrund ihres Körperbaus deutlich schwerer. Hinzu kommt, dass jeder Hund seinen eigenen Charakter hat. Nicht jeder Vierbeiner möchte Bälle aus dem Wasser holen oder minutenlang schwimmen. Zwinge Deinen Hund deshalb niemals ins Wasser. Positive Erfahrungen entstehen freiwillig und ohne Druck. Oft reicht es schon, gemeinsam am Ufer entlangzulaufen oder mit den Pfoten durchs flache Wasser zu waten.

Sind Hundeschwimmwesten sinnvoll?

Ganz klar: Ja! Selbst wenn Dein Hund ein guter Schwimmer ist. Hundeschwimmwesten sorgen für Auftrieb. Dein Hund hat es somit leichter, an der Oberfläche zu sein und wird entlastet. Außerdem kannst Du durch die meist knalligen Farben Deinen Hund besser sehen (gerade im Notfall kann das wichtig sein). Die meisten Schwimmwesten für Hunde haben zudem einen Griff auf dem Rücken, sodass Du Deinen Hund damit auch aus dem Wasser heben kannst.

Gerade junge und alte Hunde sollten unbedingt unterstützt werden. Aber unterschätze die Gefahren auch nicht für eineng gesunden Hund.

Hund baden lassen mit Schwimmweste
Meine Hündin ist eine ausgezeichnete Schwimmerin. Und dennoch trägt sie zur Sicherheit eine Schwimmweste. Man merkt den Unterschied deutlich.

Fazit: Sicherheit geht immer vor

Ein Sommertag am Wasser gehört für viele Hunde zu den schönsten Erlebnissen des Jahres. Mit etwas Vorbereitung kannst Du dafür sorgen, dass aus dem Ausflug eine schöne Erinnerung wird und kein ungeplanter Tierarztbesuch.

Achte auf Verbote und Warnhinweise, prüfe das Gewässer genau und beobachte Deinen Hund während und nach dem Baden. Frisches Trinkwasser, etwas Schatten und eine sichere Kontrolle, zum Beispiel mit einer passenden Schleppleine, machen den gemeinsamen Ausflug deutlich entspannter. So steht dem nächsten Sprung ins kühle Nass nichts mehr im Weg. Vorausgesetzt, das Wasser ist genauso hundefreundlich, wie es auf den ersten Blick aussieht.

 

Bildnachweis: Titelbild depositphotos.com Dog swims across frame @ PantherMediaSeller // Blaualgen Beispielbild: Green water – the development of phytoplankton, causing a change in the color of the water. The bright green bloom is the result of the multiplication of blue-green algae.Kremenchutskoe reservoir, Ukraine @ Karadag

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