Dürfen Hunde Pilze fressen? Pilzvergiftung beim Hund

Dürfen Hunde Pilze fressen

Der Herbst ist für viele Hundehalter eine der schönsten Jahreszeiten. Die Temperaturen werden angenehmer, der Wald riecht nach feuchtem Laub und auf den Spazierwegen gibt es jede Menge zu entdecken. Allerdings tauchen nach warmen und feuchten Tagen noch ganz andere Waldbewohner auf: Pilze. Und während wir Menschen bei Steinpilz, Pfifferling oder Champignon vielleicht schon an die nächste Mahlzeit denken, stellt sich für Hundehalter eine wichtige Frage: Dürfen Hunde Pilze fressen?

Dürfen Hunde Pilze fressen

Die kurze Antwort lautet: Ja, bestimmte Speisepilze dürfen Hunde grundsätzlich fressen. Wildpilze sollte dein Hund dagegen niemals einfach aufnehmen. Das Problem ist nämlich weniger der Pilz als Lebensmittel, sondern die enorme Vielfalt der Pilzarten. Während manche vollkommen harmlos sind, können andere starke Vergiftungen verursachen. Und selbst für erfahrene Pilzsammler ist die eindeutige Bestimmung nicht immer einfach. Schauen wir uns deshalb genauer an, welche Pilze für Hunde geeignet sind, warum du bei Pilzen im Wald besonders aufmerksam sein solltest und was zu tun ist, wenn dein Hund während des Spaziergangs plötzlich einen unbekannten Pilz gefressen hat.

Hund Pilze sammeln

Sind Pilze grundsätzlich giftig für Hunde?

Nein. Die Aussage „Hunde dürfen keine Pilze fressen“ ist pauschal nicht richtig. Speisepilze, die für den menschlichen Verzehr verkauft werden, gelten grundsätzlich auch für Hunde nicht als giftig. Dazu gehören beispielsweise Champignons. Trotzdem bedeutet „nicht giftig“ natürlich nicht automatisch „unbegrenzt gesund“. Bitte lies diesen Betrag daher unbedingt bis zum Ende durch.

Pilze sind nämlich kein notwendiger Bestandteil der Hundeernährung. Möchtest du deinem Hund gelegentlich etwas von einem geeigneten Speisepilz anbieten, sollte es deshalb nur eine kleine Menge sein. Außerdem empfiehlt es sich, Pilze nicht roh, sondern gegart und möglichst naturbelassen anzubieten. Das bedeutet vor allem: ohne Salz, Zwiebeln, Knoblauch, schwere Soßen oder andere Gewürze.

Denn häufig ist bei unserem Essen gar nicht der eigentliche Pilz das Problem. Ein Gericht mit Champignons kann beispielsweise Zwiebeln oder Knoblauch enthalten, die für Hunde ungeeignet beziehungsweise potenziell giftig sind. Auch sehr fettige Pilzgerichte sind keine gute Idee für den vierbeinigen Mitesser.

Ein kleines Stück gegarter, ungewürzter Champignon ist also etwas völlig anderes als eine Portion Rahmchampignons vom Abendessen.

Welche Pilze dürfen Hunde fressen?

Wenn du deinem Hund überhaupt Pilze anbieten möchtest, solltest du ausschließlich auf Pilze zurückgreifen, die als Lebensmittel verkauft werden und eindeutig bestimmt sind. Geeignet sind beispielsweise handelsübliche Champignons. Auch andere eindeutig als Speisepilze verkaufte Arten kommen grundsätzlich infrage. Dabei gilt jedoch: Pilze müssen nicht auf dem Speiseplan deines Hundes stehen. Wenn Du Deinem Hund etwas Gutes tun wirst, greif lieber auf natürliche Ernährungsbestandteile für Hunde zurück.

Pilze liefern zwar verschiedene Nährstoffe, sind für eine ausgewogene Hundeernährung aber nicht notwendig. Es gibt also keinen Grund, einen Hund an Pilze zu gewöhnen, wenn er bislang keinerlei Interesse daran hat.

Wenn dein Hund unbedingt probieren möchte, kannst du zunächst eine sehr kleine Menge eines gegarten und ungewürzten Speisepilzes anbieten und beobachten, wie er ihn verträgt. Gerade empfindliche Hunde können auf ungewohnte Lebensmittel mit Verdauungsbeschwerden reagieren.

Dürfen Hunde Pilze fressen? – Waldpilze sind potenziell gefährlich

Beim Spaziergang sieht die Sache völlig anders aus. Ein Pilz steht am Waldrand, dein Hund schnuppert kurz daran und schwupps, ist er verschwunden. Besonders bei Hunden, die ohnehin gern alles Essbare und vermeintlich Essbare vom Boden sammeln, kann das schneller passieren, als man reagieren kann. Hier solltest du grundsätzlich vorsichtig sein.

Dürfen Hunde Pilze fressen
Welpen sind besonders gefährdet. Sie erkunden ihre Umwelt und alles ist neu und spannend. Aber auch Hunde, die grundsätzlich alles vom Boden aufnehmen. Dies kann schnell zu einer Pilzvergiftung führen.

Es gibt sehr viele unterschiedliche Pilzarten und einige davon enthalten Giftstoffe, die auch für Hunde gefährlich werden können. Je nach Pilz können Vergiftungen unter anderem den Magen-Darm-Trakt, das Nervensystem, die Leber oder die Nieren betreffen. In schweren Fällen kann eine Pilzvergiftung lebensbedrohlich sein. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Giftige und ungiftige Pilze können sich teilweise stark ähneln.

Was auf den ersten Blick nach einem harmlosen Pilz aussieht, muss deshalb noch lange keiner sein. Selbst wenn du gelegentlich Pilze sammelst, solltest du bei einem vom Hund aufgenommenen Wildpilz nicht einfach davon ausgehen, dass alles in Ordnung ist.

Für den Alltag mit Hund gibt es deshalb eine angenehm einfache Regel: Pilze aus dem Supermarkt können in kleinen Mengen okay sein. Pilze vom Wegesrand bleiben stehen.

Dürfen Hunde Pilze fressen? Welche Pilze sind für Hunde giftig?

Eine vollständige Liste giftiger Pilze würde den Rahmen eines Blogbeitrags sprengen und wäre für den Alltag sogar nur bedingt hilfreich. Denn entscheidend ist nicht, dass du jeden Giftpilz auswendig kennst. Viel wichtiger ist, dass dein Hund keinen unbekannten Wildpilz fressen sollte.

Zu den besonders gefährlichen Vertretern gehören beispielsweise bestimmte Arten aus der Gruppe der Knollenblätterpilze. Einige Pilzgifte können schwere Leberschäden verursachen. Andere Pilzarten wirken auf das Nervensystem oder führen zu ausgeprägten Magen-Darm-Symptomen. Erschwerend kommt hinzu, dass eine Vergiftung nicht zwingend sofort auffällt. Je nach enthaltenem Giftstoff können Beschwerden erst mehrere Stunden nach der Aufnahme auftreten.

Ein Hund, der einen unbekannten Pilz gefressen hat und anschließend zunächst völlig normal wirkt, ist deshalb nicht automatisch aus dem Schneider.

Woran erkennst du eine Pilzvergiftung beim Hund?

Die Symptome können je nach Pilzart, aufgenommener Menge, Größe des Hundes und enthaltenem Gift sehr unterschiedlich ausfallen.

Mögliche Anzeichen einer Vergiftung sind beispielsweise:

  • Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen oder starkes Speicheln
  • Taumeln, Koordinationsstörungen, Zittern, Krämpfe, Unruhe oder ungewöhnliche Müdigkeit
  • Atemprobleme, Kreislaufbeschwerden, Veränderungen des Bewusstseins oder später auftretende Anzeichen einer Leber- beziehungsweise Nierenschädigung

Wichtig ist dabei vor allem der zeitliche Verlauf. Einige Pilzgifte verursachen relativ schnell Beschwerden, während andere erst Stunden später Symptome hervorrufen. Du solltest deshalb nicht darauf warten, ob dein Hund Symptome entwickelt, wenn du sicher weißt oder ernsthaft vermutest, dass er einen unbekannten Wildpilz gefressen hat. Wenn Du mehr über eine Vergiftung beim Hund erfahren möchtest, lies auch gerne den eben markierten Beitrag.

Mein Hund hat einen Pilz gefressen: Was soll ich tun?

Zunächst einmal: Nicht selbst experimentieren.

Wenn dein Hund einen unbekannten Wildpilz aufgenommen hat, solltest du möglichst schnell einen Tierarzt oder eine Tierklinik kontaktieren. Beschreibe, wann dein Hund den Pilz vermutlich gefressen hat, wie viel er aufgenommen haben könnte und ob bereits Auffälligkeiten bestehen.

Wenn noch etwas von dem Pilz vorhanden ist, kannst du ihn sichern. Auch Fotos können hilfreich sein. Fotografiere möglichst den gesamten Pilz und, wenn möglich, auch die Stelle, an der er gewachsen ist. Für eine zuverlässige Bestimmung sollte im Zweifel ein Pilzsachverständiger beziehungsweise Mykologe hinzugezogen werden.

Ganz wichtig: Versuche nicht eigenständig, deinen Hund zum Erbrechen zu bringen.

Auch Milch, Öl, Salz oder andere vermeintliche Hausmittel gehören nicht in die Behandlung einer möglichen Vergiftung. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vom aufgenommenen Stoff und vom Zeitpunkt der Aufnahme ab und sollte deshalb tierärztlich entschieden werden. Bei Pilzvergiftungen kann Zeit eine entscheidende Rolle spielen. Im Zweifel ist ein Anruf beim Tierarzt einmal zu viel deutlich besser als einmal zu wenig.

Häufig wird auch empfohlen, Kohletabletten zu verabreichen und ja: Diese Tabletten können Giftstoffe binden. Allerdings hilft es zum einen nur dann, wenn der Giftstoff noch nicht in die Blutbahn gelangt ist und zum anderen bräuchte Dein Hund eine größere Menge und die „in den Hund reinzubekommen“, wenn gerade jede Sekunde / Minute zählt, ist wenig hilfreich. Also nutze diese Zeit lieber, um sofort zum Tierarzt zu kommen.

Warum fressen Hunde überhaupt Pilze?

Manchmal lautet die eigentliche Frage gar nicht „Dürfen Hunde Pilze fressen?“, sondern eher: Warum um alles in der Welt möchte mein Hund dieses merkwürdige Ding überhaupt essen? Die Antwort ist herrlich unspektakulär: Hunde erkunden ihre Umwelt unter anderem mit Nase und Maul.

Pilze riechen intensiv, verändern sich beim Verrotten und stehen mitten in einer Umgebung voller interessanter Gerüche. Für manche Hunde sind sie völlig uninteressant, andere untersuchen sie neugierig und wieder andere gehören zur Fraktion „Erst essen, später Fragen stellen“.

Besonders aufmerksam solltest du deshalb sein, wenn dein Hund generell dazu neigt, draußen Fressbares aufzusammeln.

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Das bedeutet übrigens nicht automatisch, dass ihm irgendein Nährstoff fehlt. Das Aufnehmen von Dingen kann ganz unterschiedliche Ursachen haben: Neugier, Lernerfahrung, Jagd- beziehungsweise Suchverhalten oder schlicht die Tatsache, dass der Hund irgendwann entdeckt hat, dass auf dem Boden manchmal ziemlich leckere Sachen liegen.

Pilzsaison: Beim Spaziergang etwas genauer hinschauen

Vor allem bei feuchtem und mildem Wetter können Pilze innerhalb kurzer Zeit auftauchen. Das gilt nicht nur für den Wald. Auch auf Wiesen, in Parks, an Wegrändern und sogar im eigenen Garten können plötzlich Pilze wachsen. Wenn dein Hund gern Dinge vom Boden frisst, lohnt sich deshalb während der Pilzsaison ein etwas aufmerksamerer Blick auf die Umgebung.

Dabei musst du den Spaziergang natürlich nicht in eine botanische Gefahrenmission verwandeln. Ein gut aufgebautes Abbruchsignal oder ein positiv behaftetes und zuverlässiges „Aus“ beziehungsweise „Lass es“ kann im Alltag enorm hilfreich sein.

Noch besser ist es, das gewünschte Verhalten positiv zu trainieren. Dein Hund entdeckt etwas Interessantes, orientiert sich aber stattdessen zu dir? Perfekt. Genau solche Situationen kannst du belohnen. Für Hunde, die draußen extrem schnell Dinge aufnehmen und schlucken, kann zusätzlich ein gut sitzender Fressschutz beziehungsweise Maulkorb sinnvoll sein. Wichtig ist dabei, dass der Hund langsam und positiv daran gewöhnt wird und mit dem Modell problemlos hecheln und trinken kann.

Pilzvergiftung beim Hund
Für Phoebe auf diesem Bild stellen Pilze keine Gefahr da. Sie interessiert sich nicht für sie. Sollte Dein Hund aber ein gesteigertes Interesse daran haben, empfehlen wir Dir natürlich zum einen Training, zum anderen hilft es aber auch, eine Schleppleine / Leine dran zu lassen, damit Dein Hund in Deiner Nähe bleibt und Du schneller reagieren kannst.

Darf mein Hund Champignons essen?

Champignons gehören wahrscheinlich zu den Pilzen, mit denen Hunde im Haushalt am häufigsten in Kontakt kommen. Ein kleines Stück eines handelsüblichen, gegarten und ungewürzten Champignons ist für einen gesunden Hund grundsätzlich kein Grund zur Panik. Möchtest du deinem Hund bewusst Champignons anbieten, solltest du trotzdem mit einer kleinen Menge beginnen.

Nicht geeignet sind dagegen Champignons aus stark gewürzten Gerichten. Pilzpfannen, Pizza, Aufläufe oder Rahmsoßen enthalten häufig Zutaten, die für Hunde ungeeignet sind.

Das Prinzip ist also dasselbe wie bei vielen Lebensmitteln: Nur weil eine einzelne Zutat okay ist, bedeutet das noch lange nicht, dass das komplette Gericht in den Hundenapf gehört.

Dürfen Hunde Pilze fressen, wenn sie roh sind?

Wenn du deinem Hund einen geeigneten Speisepilz anbieten möchtest, ist die gegarte Variante die bessere Wahl. Pilze können schwer verdaulich sein und durch das Erhitzen werden sie bekömmlicher. Allerdings sollte auch hier die Menge klein bleiben. Ein Hund benötigt keine Pilze für eine ausgewogene Ernährung.

Und natürlich gilt diese Empfehlung ausschließlich für eindeutig bestimmte Speisepilze aus dem Lebensmittelhandel. Einen unbekannten Wildpilz macht auch Kochen nicht automatisch sicher. Einige Pilzgifte sind hitzestabil und werden durch normales Erhitzen nicht zuverlässig unschädlich gemacht.

„Dann koche ich ihn eben“ ist bei einem unbekannten Pilz deshalb keine Lösung. Auch im eigenen Garten können Pilze wachsen

Pilze verbinden wir häufig automatisch mit Waldspaziergängen. Tatsächlich können sie aber fast überall auftauchen, wenn Temperatur und Feuchtigkeit stimmen. Gerade nach Regen lohnt sich deshalb ein kurzer Blick über den eigenen Rasen, bevor dein Hund in den Garten darf. Entdeckst du unbekannte Pilze, entfernst du sie am besten so, dass dein Hund sie nicht erreichen kann.

Besonders bei jungen, neugierigen oder sehr verfressenen Hunden ist das eine einfache Vorsichtsmaßnahme.

Und manchmal lohnt sich sogar ein zweiter Blick am nächsten Morgen. Pilze können erstaunlich schnell erscheinen. Gestern war da noch nichts, heute steht plötzlich eine kleine Pilz-WG mitten auf dem Rasen.

Fazit: Dürfen Hunde Pilze fressen?

Ja, Hunde dürfen bestimmte Speisepilze in kleinen Mengen fressen. Handelsübliche Pilze wie Champignons sind für Hunde grundsätzlich nicht giftig, sofern sie naturbelassen, gegart und ohne problematische Zutaten angeboten werden. Notwendig sind Pilze in der Hundeernährung allerdings nicht. Und deswegen solltest Du wohl überlegen, warum Dein Hund unbedingt einen Pilz fressen muss.

Ganz anders sieht es bei Wildpilzen aus. Unbekannte Pilze im Wald, auf Wiesen, im Park oder im eigenen Garten sollte dein Hund grundsätzlich nicht fressen. Da giftige Pilze für Laien teilweise nur schwer von ungiftigen Arten zu unterscheiden sind und manche Pilzgifte schwere oder sogar lebensbedrohliche Vergiftungen verursachen können, gilt hier lieber konsequent: stehen lassen.

Hat dein Hund trotzdem einen unbekannten Pilz gefressen, solltest du nicht erst auf Symptome warten, sondern möglichst schnell tierärztlichen Rat einholen. Und für den nächsten Herbstspaziergang gilt dann: Du darfst die Pilze anschauen, dein Hund darf daran schnuppern und gemeinsam nehmt ihr am Ende lieber etwas mit nach Hause, das garantiert hundetauglich ist. 🍄🐕 Hast Du bereits Erfahrungen mit diesem Thema gemacht? Dann freuen wir uns über ein Kommentar von Dir.

 

Bildnachweis: Depositphotos.com Nova scotia duck toller retriever puppy dog first day in the wild sneezing mushroom @ indukas und Fox terrier with a basket of freshly picked parasol mushrooms. Best friend for outdoor adventures. @ belyaaa

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