Hund das Apportieren beibringen – ganz einfach in fünf Schritten

Hund das Apportieren beibringen

Apportieren ist weit mehr als nur ein lustiges Spiel mit Ball oder Dummy. Es fördert die Bindung zwischen dir und deinem Hund, lastet ihn körperlich wie geistig aus und stärkt seine Impulskontrolle. Doch wie genau kannst du deinem Hund das Apportieren beibringen? In diesem Artikel zeige ich dir, warum Apportiertraining so wertvoll ist, welche Methoden es gibt und wie du Schritt für Schritt vorgehst, damit dein Vierbeiner mit Freude apportiert.

Warum es sich lohnt, deinem Hund das Apportieren beizubringen

Vielleicht fragst du dich: „Muss mein Hund wirklich apportieren können?“ – Natürlich nicht, aber es hat viele Vorteile:

  • Kopf- und Körperarbeit: Dein Hund lernt, sich zu konzentrieren, gleichzeitig aber auch in Bewegung zu sein.
  • Bindungsstärkung: Ihr arbeitet als Team zusammen – du gibst die Aufgabe, dein Hund erfüllt sie.
  • Auslastung: Auch an Tagen, an denen ein langer Spaziergang nicht möglich ist, kannst du deinen Hund mit Apportierspielen sinnvoll beschäftigen.
  • Alltagspraktisch: Manche Hunde können sogar Gegenstände wie die Zeitung oder das Spielzeug apportieren – ein echter Alltagshelfer.
  • Alternativverhalten: Dein Hund hat mit gewissen Situationen Probleme? Vielen Hunden hilft es, dann etwas im Maul zu tragen

Egal, ob Welpe, Junghund oder Senior – du kannst jedem Hund das Apportieren beibringen. Wichtig ist nur, dass du das Training an Alter, Motivation und Gesundheit anpasst. Und der Fairness halber sei gesagt: Nicht jedem Hund macht das Apportieren Spaß. Zwinge es Deinem Hund also bitte nicht auf, sondern entscheide individuell, ob das Training für ihn / Euch geeignet ist.

Hund das Apportieren beibringen – die Grundlagen

Bevor du loslegst, solltest du ein paar Basics beachten:

  • Geduld: Nicht jeder Hund versteht sofort, was du von ihm möchtest. Nimm dir Zeit für kleine Schritte.
  • Motivation: Finde heraus, ob dein Hund eher auf Futter oder Spielzeug anspringt. Beides kannst du im Training nutzen.
  • Ruhige Umgebung: Trainiere anfangs ohne Ablenkungen, zum Beispiel im Wohnzimmer oder Garten.
  • Das richtige Apportel: Ein Dummy, ein Zergel oder ein spezielles Apportierspielzeug eignen sich besser als ein herkömmlicher Ball. Achte auch darauf, dass das Apportel die richtige Größe für Deinen Vierbeiner hat.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So kannst du deinem Hund das Apportieren beibringen

1. Interesse am Apportel wecken

Zeige deinem Hund den Dummy oder ein Spielzeug. Bewege es spielerisch, animiere ihn zum Draufschauen oder Draufbeißen. Ziel: Dein Hund soll das Objekt spannend finden. Hilfreicher Tipp: Befestige eine Schleppleine an einen Dummy und ziehe ihn. Viele Hunde finden es sehr spannend, dem Objekt zu folgen.

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2. Aufnehmen des Apportels

Hält dein Hund das Apportel freiwillig ins Maul? Perfekt! Falls nicht, kannst du ihn mit einem Leckerli locken. Halte das Leckerli so, dass er das Spielzeug ins Maul nehmen muss, um es zu bekommen. Belohne ihn sofort, sobald er das Apportel berührt.

3. Festhalten üben

Viele Hunde lassen das Spielzeug sofort wieder fallen. Trainiere daher das Halten: Sag z. B. „Bring“ oder „Apport“, belohne ihn, solange er das Apportel im Maul hält, und löse mit einem Markerwort wie „Aus“. Achte darauf, dass Du immer früh auflöst, damit Dein Hund gar nicht erst lernt, das Apportel fallen zu lassen, sondern nur nach Auflösung herauszugeben.

Hund das Apportieren beibringen Gegenstände halten
Für die meisten Hunde ist das Halten der Gegenstände die schwierigste Übung. Verzweifle nicht, wenn es etwas länger dauert, bis Dein Hund es versteht. Nimm Dir gerne viel Zeit, damit es wirklich gefestigt ist.

4. Zurückbringen

Sobald dein Hund das Apportel trägt, gehe ein paar Schritte rückwärts, rufe ihn freundlich zu dir und belohne ihn, wenn er dir folgt. Kommt er mit dem Apportel zu dir, lobe ihn ausgiebig.

5. Abgeben üben

Hier scheitern viele: Der Hund will das Spielzeug behalten. Dein Hund sollte also lernen, dass es sich viel mehr lohnt, Dir das Apportel / den Dummy zu geben. Am besten funktioniert dies mit einem „Tauschgeschäft“. Entweder über ein besonderes Leckerli oder gegen ein noch besseres Spielzeug. Wenn Du nur über ein „Aus“ arbeitest, führt das dazu, dass Dein Hund lernt, dass Du es ihm nur wegnehmen möchtest. Er verknüpft es negativ.

6. Distanz steigern

Funktioniert das Ganze auf kurzer Distanz, kannst du das Apportel nun ein kleines Stück werfen. Anfangs reicht ein halber Meter! Steigere die Entfernung Schritt für Schritt. Auch solltest Du üben, dass Dein Hund erst nach Deiner Freigabe den Apportiervorgang startet. So kannst Du auch an seiner Frustrationstoleranz und Impulskontrolle arbeiten.

Methoden, um deinem Hund das Apportieren beizubringen

Nicht jeder Hund lernt gleich. Es gibt verschiedene Trainingsmethoden, mit denen du das Ziel erreichen kannst.

1. Apportieren mit Leckerli-Motivation

Besonders futtermotivierte Hunde lernen über Belohnung mit Futter:

  • Jeder Schritt (Aufnehmen, Halten, Bringen) wird sofort mit einem Leckerli verstärkt.
  • Vorteil: Klare Motivation, auch für eher gemütliche Hunde.
  • Nachteil: Manche Hunde konzentrieren sich mehr aufs Futter als aufs Spielzeug. Wenn Du merkst, dass Dein Hund Dir aufgrund des Futters „gar nicht mehr zuhört“, solltest Du entweder ein weniger beliebtes Futter nehmen oder doch über die Spielmotivation arbeiten.

2. Apportieren mit Spielzeug-Motivation

Spieltrieb nutzen:

  • Der Hund apportiert, weil er danach mit dir zergeln oder toben darf.
  • Vorteil: Hohe Begeisterung bei verspielten Rassen.
  • Nachteil: Hunde geben das Spielzeug manchmal ungern wieder ab -> Tauschen üben

3. Clickertraining

Der Clicker hilft, jeden Zwischenschritt genau zu markieren.

  • Beispiel: Click für Blickkontakt zum Apportel, Click für Aufnehmen, Click für Bringen.
  • Vorteil: Sehr präzises Training.
  • Nachteil: Du musst den Clicker zuverlässig einsetzen.

4. Der Tausch-Trick

Falls dein Hund das Apportel nicht hergeben will, hier noch mal unser Rat:

  • Biete ihm ein gleichwertiges oder besseres Spielzeug/Leckerli an.
  • Nach einigen Wiederholungen lernt er, dass Abgeben kein Verlust ist.

Typische Probleme beim Apportiertraining – und ihre Lösungen

Problem 1: Der Hund rennt zum Apportel, nimmt es aber nicht auf.

→ Nutze Futterbelohnungen direkt am Apportel. Lege Leckerlis in den Dummy oder lege welche daneben.

Problem 2: Der Hund nimmt das Apportel, rennt aber weg.

→ Trainiere die Rückkehr separat. Lobe ihn, wenn er freiwillig zu dir kommt, auch ohne Apportel. Arbeite mit Schleppleine, um ihn freundlich zu dir zu lenken. Ein guter Trick ist hierbei übrigens, die Schleppleine an das Apportel zu machen. So schlägst Du zwei Fliegen mit einer Klappe: Dein Hund kann damit nicht wegrennen und Du kannst besser trainieren, dass er es Dir im Anschluss auch in die Hand gibt.

Problem 3: Der Hund gibt das Apportel nicht her.

→ Tausche gegen Leckerli oder ein zweites Spielzeug. Das kannst Du übrigens nicht nur beim Apportiertraining einbringen, sondern grundsätzlich. Gerade, wenn Dein Hund nicht gerne Dinge abgibt. Wenn er lernt, dass sich das Abgeben lohnt, wird sich das auf weitere Bereiche in Eurem Zusammenleben positiv auswirken.

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Problem 4: Der Hund verliert schnell die Lust.

→ Halte Trainingseinheiten kurz (2–3 Minuten). Beende das Spiel, wenn dein Hund noch motiviert ist. Überlege Dir zudem, wie Du es für ihn besonders spannend machen kannst. Aber denke daran: Wenn Dein Hund so gar keine Lust zum Apportieren hat, muss es eben auch nicht immer sein.

Hund das Apportieren beibringen – auch für Fortgeschrittene

Wenn die Grundlagen sitzen, kannst du das Training erweitern:

  • Richtungsapport: Lege mehrere Apportel aus, schicke deinen Hund gezielt nach links oder rechts.
  • Verlorensuche: Dein Hund sucht den Dummy im hohen Gras.
  • Alltagsapporte: Lass ihn Schlüssel oder Spielzeug apportieren – super praktisch!

Diese Varianten machen das Training spannend und geben deinem Hund immer neue Herausforderungen.

Welpen und Senioren – geht das auch?

  • Welpen: Sie lernen spielerisch am besten. Kurze, lustige Einheiten mit viel Lob reichen aus. Achte darauf, den Bewegungsapparat nicht zu überlasten – keine weiten Würfe.
  • Senioren: Auch ältere Hunde können apportieren, solange sie gesund sind. Wähle leichtere Gegenstände und kurze Distanzen. Apportieren hält auch den Kopf fit!
Apportieren mit Hunden
Natürlich kannst Du schon früh mit dem Training anfangen und auch Senioren lernen. Achte aber bitte immer darauf, dass Dein Training altersentsprechend ist.

2-Wochen-Trainingsplan: Hund das Apportieren beibringen

Wenn Du etwas Unterstützung für ein strukturiertes Training benötigst, haben wir für Dich einen 2-Wochen-Trainingsplan zusammengestellt. Denke aber bitte daran, dass jeder Hund unterschiedlich schnell lernt. Passe das Training also indiivduell an und trainiere an einem Punkt lieber länger und dafür sauber als alles schnell abzuarbeiten. Es dauert wesentlich länger, Fehler zu korrigieren als von Anfang an richtig zu trainieren.

Woche 1 – Grundlagen schaffen

Tag 1 – Interesse wecken

  • Zeige Deinem Hund das Apportel (Dummy, Zergel oder Spielzeug).
  • Mach es spannend, bewege es leicht, lobe jeden Blickkontakt. Du kannst auch eine Schleppleine an den Dummy machen und ihn dann auf dem Boden ziehen. Viele Hunde finden das besonders lustig und interessant
  • Belohnung: Futter oder gemeinsames Zergeln.

Tag 2 – Apportel ins Maul nehmen

  • Halte das Apportel vor ihre Schnauze.
  • Wenn sie es berührt, sofort belohnen.
  • Ziel: Sie soll es kurz ins Maul nehmen.

Tag 3 – Halten üben

  • Belohne Deinen Hund dafür, dass er das Apportel 1–2 Sekunden im Maul behält.
  • Baue ein Kommando ein, z. B. „Bring“, „Apport“ oder ähnliches.
  • Mit einem Markerwort das Abgeben üben. Wir empfehlen Dir, nicht unbedingt das Wort „Aus“ zu nehmen, da man dies doch sehr häufig im Alltag verwendet. („Ok“ ist das gleiche Thema). Ich sage zum Beispiel „Thanks“, also Danke auf Englisch. Das nutze ich im Alltag selten, es lässt sich gut von anderen Wörtern unterscheiden und ist sogar noch höflich ;-)

Tag 4 – Halten verlängern

  • Steigere das Halten auf 3–5 Sekunden.
  • Bleibe ruhig, vermeide zu viel Druck.
  • Belohne großzügig beim Abgeben auf Dein kommando
  • Immer nur so lange halten lassen wie Du Dir sicher sein kannst, dass Dein Hund es nicht eigenständig fallen lässt

Tag 5 – Erste Schritte zu dir

  • Wenn Dein Hund das Apportel im Maul hat, gehe 1–2 Schritte rückwärts.
  • Lock ihn zu dir, belohne, sobald er mit dem Apportel bei dir ist.

Tag 6 – Kurze Distanz werfen

  • Rolle das Apportel nur ein kleines Stück weg (ca. 0,5 m).
  • Animiere ihn, es aufzunehmen und zu dir zu bringen.
  • Sofort belohnen, wenn er zu dir kommt.

Tag 7 – Wiederholung & Festigung

  • Alle bisherigen Schritte wiederholen.
  • Achte darauf, dass Mira Spaß hat und nicht überfordert wird.
  • Kurze Trainingseinheit mit einem Erfolgserlebnis abschließen.

Woche 2 – Distanz und Abgabe festigen

Tag 8 – Distanz leicht steigern

  • Wirf das Apportel nun ca. 1–2 Meter.
  • Lobe Deinen Hund fürs Bringen und Abgeben.
  • Halte die Einheit kurz und positiv.

Tag 9 – Abgeben üben

  • Fokus auf Dein Kommando zum Abgeben: Tausche Apportel gegen Leckerli oder Spielzeug.
  • Variiere: Mal sofort belohnen, mal erst nach kurzem Halten.

Tag 10 – Wiederholung mit Variation

  • Spiele ein paar Runden auf kurzer und mittlerer Distanz.
  • Halte Abwechslung: mal Dummy, mal Zergel, mal ein anderes Spielzeug.

Tag 11 – Rückruf verstärken

  • Kombiniere Apportieren mit Rückruftraining.
  • Rufe Deinen Hund mit fröhlicher Stimme, wenn er das Apportel aufgenommen hat.
  • Belohne doppelt stark, wenn er direkt zu dir kommt.

Tag 12 – Distanz steigern

  • Wirf das Apportel nun 3–4 Meter.
  • Nur so weit, wie Dein Hund motiviert bleibt.
  • Belohne immer konsequent bei Abgabe.

Tag 13 – Kleine „Aufgabe“ einbauen

  • Verstecke das Apportel hinter einem Stuhl oder Busch (nur leicht sichtbar).
  • Lass es Deinen Hund suchen und bringen.
  • So wird das Training spannender.

Tag 14 – Abschluss & Spielrunde

  • Wiederhole alles in lockerer Form.
  • Lass Deinen Hund 3–4 Mal apportieren.
  • Schließe mit einem großen Lob, Zergeln oder einem Jackpot-Leckerli ab.

Tipps für den Erfolg

  • Lieber kurz & positiv trainieren als zu lange.
  • Immer mit einem Erfolgserlebnis beenden (auch wenn es gerade dann so richtig Spaß macht – das fördert die Motivation fürs nächste Mal!).
  • Wenn Dein Hund mal keine Lust hat: Pausieren und später neu versuchen.
  • Geduld zahlt sich aus – kleine Schritte sind der Schlüssel.

👉 Damit hättest du in 2 Wochen eine solide Basis gelegt, um Mira das Apportieren zuverlässig beizubringen. Danach kannst du die Distanz weiter steigern, verschiedene Gegenstände nutzen oder sogar kleine „Suchspiele“ einbauen.

Fazit: Hund das Apportieren beibringen lohnt sich

Egal, ob dein Hund jung oder alt, verspielt oder gemütlich ist – du kannst jedem Hund das Apportieren beibringen. Wichtig sind Geduld, Motivation und die richtige Methode für deinen Vierbeiner. Achte auf kleine Schritte, belohne Erfolge konsequent und habe Spaß am Training.

Apportieren ist nicht nur ein Spiel, sondern auch ein wunderbares Team-Training, das Vertrauen und Zusammenarbeit stärkt. Probiere es einfach aus – du wirst überrascht sein, wie viel Freude es euch beiden macht! Und wenn Du Lust hast, kannst Du später von einem gängigen Apportel / Dummy / Futterdummy auch auf andere Gegenstände erweitern. Denke aber bitte daran: Stöcker und Äste sind keine geeigneten Spielzeuge für Hunde – leider passieren damit so viele Verletzungen. Also lieber ein hundgerechtes Spielzeug als Apportel nutzen.

Hier auch ein kleiner Trainingsplan zum Ausdrucken: Floxik Apportiertraining_2Wochenplan[1]

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