Hundeerziehung – warum Konsequenz Deinem Hund Sicherheit gibt

Hundeerziehung - die besten Tipps

Es gibt unzählige verschiedene Methoden, die Dir suggerieren, dass es nur einen Weg in der Hundeerziehung gibt. Doch jeder Hund ist anders. Jeder Hund lernt individuell und hat seine eigenen Stärken und Schwächen – so wie wir Menschen auch. Aber dennoch gibt es eine Sache, bei der sich wohl alle Hundetrainer und Hundetrainerinnen einig sind. Das Zauberwort heißt Konsequenz. Warum dies so wichtig ist und worauf Du noch achten solltest, verraten wir Dir in diesem Beitrag.

Warum ist die Konsequenz in der Hundeerziehung so wichtig?

Damit Dein Hund ein guter Alltagsbegleiter wird und sich in seine Umwelt einlebt, benötigt es Erziehung. Dein Hund sollte lernen, Grenzen zu akzeptieren. Das geschieht nicht, um sich als Rudelführer aufzuspielen oder ihn zu dominieren, sondern um Gefahren für ihn und andere Verkehrsteilnehmer zu verhindern. Wichtig ist also, dass er ein angemessenes Verhalten in verschiedenen Situationen lernt – so wie wir Menschen das auch gelernt haben (zumindest die meisten ;-) ).

Lernt Dein Hund gewisse “Benimmregeln” nicht, kann dies zu schwierigem Verhalten führen. Besser ist es also, wenn Dein Hund frühzeitig lernt, sich an Dir zu orientieren. Natürlich ist jeder Hund unterschiedlich, aber dennoch möchten sich Hunde in den meisten Fällen die “Führung” auch gerne abnehmen lassen. Das passiert aber nur dann, wenn sie sich auf Dich verlassen können. Und dieses Vertrauen in Dich kannst Du am besten aufbauen, wenn Du unter anderem konsequent in Deinen Entscheidungen bist.

Was bedeutet Konsequenz in der Hundeerziehung überhaupt?

Mit dem Wort Konsequenz wird im Sprachgebrauch bei der Hundeerziehung ein folgerichtiges Handeln bezeichnet. Übersetzt heißt dass, dass Dein Hund sich darauf verlassen kann, dass Dein Handeln in gewissen Situationen immer gleich ist. Hierdurch wirst Du für Deinen Hund glaubwürdig und er wird Dir Vertrauen schenken. Durch die Muster, die Du ihm vorgibst, bietest Du Deinem Hund die Möglichkeit, zu generalisieren und seine Grenzen zu verstehen. Wenn Du also in einer Situation immer gleich reagierst, kann Dein Hund den Zusammenhang zwischen einem Kommando und der Wirkung bzw. der Folge erlernen.

Übrigens wird es Dir auch in vielen anderen Bereichen helfen, wenn Dein Hund weiß, dass Du konsequenzt handelst.  Nicht selten kann durch ein bisschen mehr Konsequenz bei “kleineren Baustellen” eine große Baustelle erledigt werden. Hierzu gehört unter anderem das Alleine bleiben, aber auch das Pöbeln an der Leine oder andere Dinge.

Um es besser zu erklären, möchte ich Dir gerne Beispiele mit an die Hand geben:

Ein sehr gutes Beispiel ist der Rückruf. Wenn Du Dein Kommando hierfür sagst, zum Beispiel ein “hier”, sollte Dein Hund auch immer zu Dir zurück kommen. Es reicht nicht aus, dass er dann einfach dort stehen bleibt, wo er ist und wartet. Wenn es für Dich also in Ordnung ist, dass Dein Hund nur wartet, solltest Du ein weiteres Kommando aufbauen. Wie soll Dein Hund ansonsten verstehen, wann Du wirklich ein “hier” meinst?

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Ein weiteres schönes Beispiel ist das Schlafen in Deinem Bett oder auf dem Sofa. Wenn Dein Hund es nicht soll, mache bitte keine Ausnahmen. Alternativ kannst Du Deinem Hund beibringen, dass er “fragen muss”, bevor er auf das Sofa darf, was ich von vielen anderen Hundehaltern als Möglichkeit kenne.

Exkurs: Dürfen Hunde im Bett oder auf dem Sofa schlafen?

Ich höre immer wieder den Satz, dass Hunde nicht im Bett oder auf dem Sofa schlafen dürfen, da ich dann meine Position als “Rudelführer” abgeben würde. Das sehe ich komplett anders. Ob Dein Hund Dich in der Hundeerziehung als souveränden Hundeführer akzeptiert, ist nicht davon abhängig, ob er auf dem Sofa oder dem Bett schlafen darf oder nicht. Meine Hündin darf sowohl auf dem Sofa als auch in meinem Bett liegen.

Wenn Du es nicht möchtest, dass Dein Hund nicht mit “hoch” darf, ist das auch vollkommen in Ordnung. Die Entscheidung musst Du für Dich treffen. Einzige Ausnahme ist: Dein Hund verteidigt das Sofa oder das Bett als seine Ressource. Spätestens sollte Beides für ihn tabu sein! Wenn dieser Fall eintritt, solltest Du aber so oder so an Eurer Beziehung arbeiten und Dir am besten sogar Hilfe von einem erfahrenen Hundetrainier holen. Die Ursache hierfür liegt nicht selten tiefer begründet.

Hundeerziehung: Dürfen Hunde auf Sofa oder ins Bett?
Darf Dein Hund auf die Couch oder mit ins Bett? Das stellt aus meiner Sicht kein Problem dar. Darf er es aber nicht, solltest Du dabei auch konsequent bleiben.

Bin ich wirklich ein Rudelführer?

Das Wort Rudelführer wird im Sprachgebrauch von uns Hundehaltern gerne benutzt. Dennoch bin ich natürlich kein Rudelführer im eigentlichen – natürlichen – Sinne. Denn ein Mensch kann niemals die Kommunikation eines Artgenossen ersetzen (dennoch sollten wir natürlich lernen, die Hundesprache unseres Vierbeiners zu lesen und zu verstehen).

Mit Rudelführer ist also eher gemeint, dass Du Deinen Hund souverän anleitest und ihm hierdurch Sicherheit bietest. Du kannst also mit Zuverlässigkeit und Konsequenz wesentlich mehr bei Deinem Hund erreichen als mit dem altbekannten Dominieren. Ein souveränder Hund zeigt er selten Dominanzverhalten (Achtung: Dominanz ist immer situativ, es gibt nicht DEN dominanten Hund). Er kommunziert sehr fein und klar und ist zudem häufig ausgeglichen und gar nicht auf Konflikte aus. Nimm Dir also am besten in Vorbild an einem souveränen Hund.

Tipps für die Hundeerziehung – worauf Du achten solltest

Um es Dir zu veranschaulichen und Dir in der Hundeerziehung mit Deinem Vierbeiner zu helfen, haben wir Dir ein paar Tipps zusammen gestellt. Wichtig hierbei ist: Das aus unserer Sicht richtige Verhalten muss sich für Deinen Hund lohnen! Hierdurch erreichst Du, dass Dein Hund das Verhalten wieder zeigt und Du ihn wieder belohnen kannst. Es entsteht eine Generalisierung und Dein Hund wird anfangen, das gewünschte Verhalten immer zuverlässiger zu zeigen. Wie die Belohnung aussieht, kannst Du von Deinem Hund abhängig machen: Ob ein Leckerli, ein Spielzeug, eine Streicheleinheit oder ein soziales Spiel mit Dir? Alles ist möglich!

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Wenn Du Deinen Hund nicht alleine erziehst, sondern innerhalb der Familie, solltet Ihr übrigens auch möglichst an einem Strang ziehen. Zwar können Hunde durchaus entscheiden, wer welche Grenzen setzt, aber dem Hund ist es einfach fairer gegenüber, wenn er von allen die gleiche Konsequenz zu erwarten hat.

Übe eine sichere Ablage mit Deinem Hund

Bei dem Training der Ablage kannst Du Deine Konsequenz sehr gut unter Beweis stellen. In unserem Beitrag Deckentraining haben wir Dir dazu schon viele hilfreiche Tipps gegeben. Bei der Ablage geht es darum, dass ein Platz ein Platz ist und Dein Hund sich erst dann von dieser Stelle bewegen sollte, wenn Du ihm die Freigabe hierfür erteilst. Auch wenn das in Deinen Augen hierarchisch erscheinen mag, so kannst Du an dieser Übung Deinem Hund doch sehr genau zeigen, dass Du meinst, was Du sagst.

Lege Deinen Hund für diese Übung ab (mit dem Kommando, was Du für das Hinlegen nutzt). Am besten Du Deinen Hund anfangs angeleint. Nun drehst Du Dich im ersten Schritt von Deinem Hund weg. Bleibt er liegen, kannst Du ihn belohnen. Übrigens: beim Deckentraining empfehlen wir, nicht mit Leckerli zu arbeiten, da es dort um die Entspannung geht. In diesem Fall darfst Du belohnen, denn die Konsequenz aus einem richtigen Verhalten soll Dein Hund positiv verknüpfen.

Nun kannst Du den Abstand und auch den Zeitraum langsam aufbauen. Aber gehe bitte kleine Schritte. Auch solltest Du Dich von Deinem Hund bei der Übung häufiger wegdrehen. Denn Dein Hund soll lernen, dass auch dies kein Grund zum Aufstehen ist. Ist Dein Hund schon besser geübt, kannst Du nun auch mal außer Sichtweite gehen. Die Ablageübung kannst Du zudem überall machen und auch die Außenreize im Laufe des Trainings erhöhen.

Ablage – wenn der Hund sich von selbst auflöst

Sollte Dein Hund aufstehen, bringe ihn bitte immer wieder genau auf den Platz zurück, auf dem er ursprünglich gelegen hat. Machst Du dies nicht, lernt Dein Hund, dass er sich an Dich ran schleichen kann! Bitte führe ihn ruhig auf seinen Platz zurück und gib ihm erneut das Kommando. Sollte Dein Hund sich auflösen, ist dies übrigens auch meist ein Zeichen dafür, dass Du zu viel gefordert hast. Meine Empfehlung: Gehe ein paar Schritte im Training zurück und baue es langsamer auf. Hundeerziehung hat auch immer mit Geduld zu tun – vor allem in der Welpenzeit und Pubertät.

Sitz ist Sitz und Platz ist Platz

Ist es Dir egal, ob Dein Hund nun Sitz oder Platz macht, obwohl Du ihm Sitz gesagt hast? Das sollte es aber tatsächlich nicht. Vorausgesetzt an dieser Stelle natürlich, Dein Hund kennt beide Kommandos und weiß, was damit gemeint ist. Auch hier empfehle ich Dir, konsequent zu sein und das gewünschte Kommando einzufordern. Es gibt hierbei also nicht um das Sitz im eigentlichen Sinne, sondern ums Prinzip.

Ist es Dir egal, in welcher Position Dein Hund wartet, so kannst Du ein anderes Kommando dafür einführen. Bitte beachte dabei auch, dass sich einige Hunde nicht gerne mit dem Po auf nassen oder kalten Boden setzen oder legen. Aus meiner Sicht sollte ein Hund dann auch nicht dazu gezwungen werden. Oder möchtest Du Dich gerne mit dem nackten Hintern auf den kalten Boden setzen? Wenn ein Hund das nicht mag, kann das Kommando für ihn unsinnig und nicht folgerichtig sein. Überlege Dir Dein Kommando also vorher, denn gibst Du es, solltest Du es dann eben auch durchsetzen.

Hundeerziehung: Sitz ist Sitz und Platz ist Platz
Bei der Durchsetzung eines Kommandos geht es nicht darum, Dich als Chef zu profilieren. Dein Hund soll lediglich dadurch lernen, dass er sich auf Dich und Dein Handeln verlassen kann.

Gibst Du Deinem Hund das Kommando Sitz und er legt sich hin, forderst Du Deinen Hund auf, sich hinzusetzen. Der Grund dahinter ist ganz einfach: Dein Wort sollte “Gesetz” sein. Wenn Dein Hund in diesen kleinen Bereichen schon seine Entscheidungen selbst trifft, warum sollte er dann zu Dir kommen, wenn Du ihn rufst? Vor allem dann, wenn gerade andere Dinge spannender sind, wie zum Beispiel Begegnungen mit Artgenossen oder gar Wild?

Und übrigens: Bezogen auf die Übung mit der Ablage bedeutet es im Umkehrschluss auch, dass Du ein Sitz oder ein Platz auflösen solltest, zum Beispiel durch ein “Okay” oder ein anderes Kommando, welches Du nutzt.

Fazit Hundeerziehung

Ich schmunzele gerne, wenn mir jemand sagt, dass der Welpe bereits Sitz gelernt hat. Dann antworte ich immer gerne, dass mein Hund Sitz bereits schon konnte, bevor er zu mir kam. Ich musste ihm nur beibringen, es dann zu machen, wenn ich es wollte. Aber Spaß beiseite. Ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, dass Hundeerziehung nicht mit einer militärischen Ausbildung gleichzusetzen ist. Selbstverständlich solltest Du mit Deinem Hund Spaß haben, mit ihm Toben, mit ihm Spielen, ihn beschäftigen oder einfach nur mal kuscheln. Du solltest Dir lediglich überlegen, was im Alltag für Euch wirklich wichtig ist und hier dann auch konsequent sein.

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Meine Hündin darf beispielsweise ohne Freigabe nicht aus dem Gartentor laufen. Genausowenig darf sie ohne Freigabe aus dem Auto springen. Diese Regeln dienen ihrer Sicherheit und der Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer. Die konsequente Durchsetzung dieser Regel hat zum einen dazu geführt, dass ich mich darauf verlassen kann, dass sie es auch nicht macht. Und zum anderen aber auch, dass sie weiß, dass ich diese Regeln erst meine. Dafür darf sie bei mir auf dem Sofa und auch im Bett liegen. Welche Regeln Du aufstellst, musst Du Dir überlegen. Manche Hunde dürfen beispielsweise nicht in die Küche. Bei uns wäre diese Regel räumlich gar nicht umsetzbar.

Ich wünsche Dir viel Spaß bei der Hundeerziehung. Und nicht das Atmen vergessen :-) Berichte uns gerne in einem Kommentar Deine Gedanken zu diesem Thema! Wir freuen uns auf Dein Feedback.

Bildnachweise: Depositphotos.com Dog breed Jack Russell Terrier sits near the legs of a man and executes his commands in the park in autumn @ BLACKFACTORY, Young woman and her Golden Retriever on sofa at home. Adorable pet @ NewAfrica und Cynologist and husky dog training lying command with hand gesture @ IgorVetushko

Eine Idee zu “Hundeerziehung – warum Konsequenz Deinem Hund Sicherheit gibt

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