Anti Giftköder Training für Hunde – Trainingsanleitung

Anti Giftköder Training für Hunde

Leider gibt es nicht nur gute Menschen auf dieser Welt. Und so hast wahrscheinlich auch Du schon mal einen Giftköderalarm in Deiner Umgebung gehört. Ausgelegt von Tierhassern ist es diesen Menschen egal, ob ein geliebtes Leben qualvoll (und viel zu früh) zu Ende geht. Daher solltest Du mit Deinen Hunden ein Anti Giftköder Training machen. Hierbei lernt Dein Hund, nicht einfach etwas vom Boden aufzunehmen. Wir wollen Dir heute zeigen, wie Du dieses Training effektiv gestalten kannst.

Warum jeder Hund ein Anti Giftköder Training erhalten sollte

Natürlich soll dieses Training dazu führen, dass Dein Hund gar nicht erst einen Giftköder aufnimmt. Denn egal wo Du Dich gerade bewegst, die Gefahr kann überall sein. Auch wenn Du auf dem Land wohnst, kannst Du Dir leider nicht sicher sein. Ich wohne sehr dörflich und vor zwei Jahren ist nicht weit von meinem Haus der Nachbarshund an einem Giftköder gestorben.

Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit in Ballungszentren größer, aber Vorsicht ist immer besser als Nachsicht. Vor allem dann, wenn es um das Leben unserer Vierbeiner geht, oder?

Auch wenn Dein Hund sonst nichts vom Boden aufhebt, solltest Du über ein gezieltes Anti Giftköder Training nachdenken. Denn die Tierhasser geben sich allergrößte Mühe, die Giftköder möglichst schmackhaft zu gestalten. Da kann auch so manch mäkeliger Hund nicht widerstehen.

Zwar ist nicht alles lebensgefährlich, aber noch lange nicht gut!

Mit einem Anti-Giftköder-Training lernt Dein Hund generell, nichts ohne Deine Erlaubnis vom Boden aufzunehmen. Denn auch wenn wir Menschen gerne schwarz malen, so ist nicht alles was auf dem Boden liegt, automatisch lebensgefährlich. Und trotzdem sollte es Dein Hund nicht fressen.

Immer wieder finden sich achtlos weggeworfene Essensreste. Und mir fällt immer mehr auf, wie viel Toilettenpapier im Wald liegt. Was das bedeutet, muss ich sicherlich nicht genauer erläutern. Was wir essen, ist häufig für unsere Hunde nicht gut. Auch scheiden wir Medikamentenreste aus. Nimmt Dein Hund etwas auf, kann das schnell beim Tierarzt enden.

Und auch wenn selbst das nicht immer direkt zu einem Tierarztbesuch führt: Möchtest Du, dass Dein Hund Erbrochenes oder Menschenkot aufnimmt? Ich find das ja nicht so toll :-)

Akuter Giftköderalarm – wie kann ich schnell reagieren

Ein zuverlässiges Anti Giftköder Training benötigt – wie jedes andere Training auch – Zeit und Geduld. Es wird nicht von heute auf morgen funktionieren. Das kannst Du nicht von Deinem Hund erwarten! Daher gibt es eine Möglichkeit, wie Du schnell “Erste Hilfe” leisten kannst. Im Tierfachgeschäft kannst Du Maulkörbe oder spezielle Anti-Giftköder-Netze kaufen. Diese verhindern größtenteils, dass Dein Hund unterwegs etwas Schädliches oder Giftiges aufnimmt.

Doch auch das Tragen eines Maulkorbs oder Schutznetzes sollte geübt werden. Ich empfehle Dir, immer einen solchen Anti-Giftköder-Maulkorb Zuhause zu haben. Diesen kannst Du auch immer mit in Deinen Urlaub mit Hund nehmen und sollte somit zu der Grundausstattung gehören. Hier gilt der Grundsatz: Haben ist besser als brauchen! Denn wenn akut Giftköderalarm droht, sind diese Maulkörbe und Schutznetze im Fachgeschäft schnell ausverkauft. Ich

spreche da aus eigener Erfahrung. Übrigens: Eine tolle Idee ist die Homepage GiftköderRadar. Hier werden Funde bekannt gegeben – und zwar erst nach Prüfung. So wird Panikmache vermieden. Du kannst Dich auch per Email anmelden, um die neuesten Meldungen zu erhalten.

Mein Hund hat einen Giftköder gefressen – was soll ich nun tun?

Leider ist es nicht immer einfach zu erkenne, ob Dein Hund einen Giftköder aufgenommen hat. Denn Giftköder kommen in den verschiedensten Variationen vor: Mit Rasierklingen, Schneckengift oder anderen gefährlichen Zutaten werden sie angemischt. Meist gut verpackt in Leberwurst, Fleischwurst, Hackfleisch oder anderen Leckerein.

Wichtig: Wenn Du glaubst (oder weißt), dass Dein Hund etwas schädliches aufgenommen hat, läuft die Zeit. Du solltest Dich auf den schnellsten Weg zum nächsten Tierarzt oder in eine Tierklinik begeben. Denn nicht immer zeigen Hunde sofort Symptome. Welche Symptome auf eine Vergiftung beim Hund hinweisen können, erfährst Du im weiteren Verlauf des Beitrags.

Wenn Du die Möglichkeit hast, packe den Giftköder ein. So verhinderst Du, dass ein anderer Hund Schaden nehmen kann. Außerdem kann Dein Tierarzt mit dieser Hilfe schneller bestimmen, wie er Deinem Hund helfen kann. Achte dabei aber auf den Selbstschutz. Eine gute Hilfe ist ein Kotbeutel, den die meisten Hundebesitzer immer bei sich haben.

Wenn möglich, solltest Du darauf achten, dass Dein Hund sich nicht erbricht. Bei ätzenden Giften oder Rasierklingen kann dies zu weiteren Verletzungen führen. Außerdem könnte Dein Hund am Erbrochenen ersticken. Eine große Hilfe ist es, wenn Du jemanden hast, der Deinen Hund und Dich fahren kann. So kannst Du Dich auf Deinen Vierbeiner konzentrieren und ihr kommt auch sicher an. Rufe von unterwegs schon in der Praxis an, damit Dein Tierarzt alles für Eure Ankunft vorbereiten kann.

Aktivkohle bei einer Vergiftung?

Aktivkohle hilft zwar theoretisch bei einer Vergiftung. Allerdings kostet Dich die Gabe wertvolle Zeit. Außerdem müsste Dein Hund eine große Menge davon schlucken. Und Dein Hund wird wahrscheinlich gerade andere Sorgen haben, als etwas zu fressen.

Deswegen solltest Du nicht erst langwierig versuchen, Deinem Hund Aktivkohletabletten zu verabreichen. Diese kannst Du höchstens für Magen-Darm-Verstimmungen in Deiner Hausapotheke für Hunde bereit halten.

Symptome, die auf eine Vergiftung beim Hund hinweisen können

  • plötzliches und starkes Speicheln bishin zu schleimigen Erbrechen
  • Appathie und Mattigkeit
  • Durchfall
  • Muskelzuckungen, Krämpfe
  • Bewusstlosigkeit / Kreislaufkollaps
  • Gebetsstellung / Magenkrämpfe
  • Husten
  • gekrümmte Körperhaltung
  • Blutige Schnittverletzungen am Maul

Anti Giftköder Training – so kannst Du einer Vergiftung vorbeugen

Damit Du auch in Zukunft entspannt spazieren gehen kannst, ist ein Anti Giftköder Training für Deinen Hund empfehlenswert. Hierbei gibt es aber einiges zu beachten. Wir wollen Dir hilfreiche Tipps geben, wie Du ein solches Training aufbauen kannst und was Du dabei unbedingt beachten solltest, damit Dein Hund auch versteht, was Du von ihm möchtest.

Empfehlenswert an dieser Stelle ist, das Training mit einem kompetenten Hundetrainer aufzubauen. Viele Hundeschulen bieten inzwischen einige Lehrgänge dazu an. Denn es gibt auch verschiedene Varianten, wie Du dieses Training aufbauen kannst. Bei der einen setzt Du auf die Impulskontrolle Deines Hundes. Bei der anderen lernt Dein Hund, Futter und somit auch einen Giftköder anzuzeigen ohne ihn zu fressen.

Anti Giftköder Training – Du trainierst mit einem eigenen Köder

Wichtig an dieser Stelle: Gewalt beginnt dort, wo Wissen endet. Eine Bestrafung ist also Fehl am Platz, sollte Dein Hund nun auf den Köder reagieren. Denn wenn Du nun zu einer Bestrafung greifst, wird Dein Hund lernen, dass er die Leckerei nächstes Mal schneller oder heimlich aufnehmen sollte. Dein Hund sollte also lieber lernen, Dir seinen Fund zu zeigen, weil er weiß, dass er dafür von Dir königlich belohnt wird.

Anti Giftköder Training für Hunde
Arbeite bitte nicht mit Bestrafung. Viele Hunde lernen dadurch nur, dass sie das nächste Mal schneller sein müssen als Du.

Fange mit einem Teller Futter als Köder an. Nimm am besten Futter, was Dein Hund zwar interessant findet, aber nicht sofort seinen Kopf verliert. So fällt es ihm am Anfang leichter, zu widerstehen.

Leine Deinen Hund an – am besten an einem Geschirr und mit einer Schleppleine, dann kannst Du später den Radius auch vergrößern und hast trotzdem Zugriff auf Deinen Hund. Auch für den Beginn des Trainings solltest Du nicht unmittelbar vor dem Futter stehen, sondern etwas Abstand halten.

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Warte nun ab. Schaut Dein Hund zum Futter, markerst Du dieses Verhalten. Dies ist mit einem Markerwort oder einem Clicker möglich. Belohne es direkt. Die Belohnung sollte ein Superleckerli sein und sich für Deinen Hund wirklich lohnen. Vielleicht fragst Du Dich nun, warum Du clickern sollst, wenn Dein Hund das Futter anschaut? Hiermit erreichst Du zum einen, dass Dein Hund nicht in Versuchung kommt, den Köder runter zu schlingen und zum anderen soll Dein Hund ja lernen, Dir Futter anzuzeigen.

Anti Giftköder Training – das sind die nächsten Schritte

Du kannst nun langsam den Abstand verringern. Sollte Dein Hund schon von alleine stehen bleiben, wenn er Futter auf dem Boden erblickt, belohnst Du ihn erst und kannst dann auch den eigenen Köder zum Fressen freigeben. Aber bitte nur nach Deiner Freigabe! Findet Dein Hund nun etwas Essbares unterwegs, kannst Du es natürlich nicht freigeben. Alternativ belohnst Du ihn dann besonders umschwänglich und entfernst Dich dabei vom Futter. Belohnung muss übrigens nicht immer etwas mit Futter oder Leckerli zu tun haben – viele Hunde lieben auch ein soziales Spiel, Zergeln oder andere Beschäftigungen.

Wenn Du das Training erst in einer bekannten Umgebung, zum Beispiel im Garten geübt habt, dann solltest Du das Training nun auch an andere Orte verlagern. Vielleicht hast Du ja auch Hilfe und jemand kann kurz vor Dir den Weg laufen und etwas verstecken. Dabei sollte natürlich aber auch darauf geachtet werden, dass kein anderer Hund an Deinen “Köder” kommt. Sichere ihn zusätzlich. Nach und nach sollten auch Deine Übungsköder interessanter für Deinen Hund werden, sodern er die einfache Übung zuverlässig leisten kann. Auch die Verstecke kannst Du anspruchsvoller gestalten: Verstecke den Köder in einer Wiese, am Weg – wo immer Ihr Euch im Alltag bewegt.  Vergiss bitte aber auf keinen Fall, alles auch wieder einzusammeln!

Anti Giftköder Training – den Köder anzeigen

Nun ist es ja unterwegs so, dass Dein Hund auch mal so stehen bleibt und etwas anschaut. Nicht immer ist dann für Dich ersichtlich, dass Dein Hund auch etwas Fressbares im Blick hat. So kann es Dir passieren, dass Du dann auch mal im falschen Moment belohnst oder eben nicht belohnst. Kontinuierlichkeit ist für dieses Training aber unfassbar wichtig.

Deswegen kannst Du Deinem Hund zusätzlich beibringen, den Köder über ein Absitzen oder Hinlegen anzuzeigen. Für was Du Dich entscheidest, ist prinzipiell egal. Nimm das Kommando, was Deinem Hund mehr liegt. Einige Hunde legen sich zum Beispiel bei nassem Boden nicht gerne hin.

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Der Aufbau funktioniert ähnlich wie beim ersten Schritt des Anti Giftköder Trainings: Dein Hund sieht das Futter, hält inne und Du clickst. Bevor Du nun aber zu der Belohnung greifst, gibst Du Deinem Hund noch das Kommando für das gewählte Anzeigen. Reagiert Dein Hund auf Handzeichen, kannst Du ihm das Sitz oder Platz auch so zeigen. Sobald er Dein Kommando ausführt, wird er ausgiebig belohnt. Auch hier Bedarf es einiger Wiederholungen. Mache es am besten wieder als Trockenübung im Garten oder einem überschaubaren Trainingsarreal und fange mit Abstand zum Köder an. Nähere Dich erst nach und nach und schaue, ob Dein Hund auch ohne Dein Kommando das Verhalten anbietet.

Anti Giftköder Training – was Du noch darüber wissen solltest

Wie Du Dir sicherlich vorstellen kannst, benötigt dieses Training viel Zeit und Geduld. Ein großer Vorteil ist, dass es aber eine sinnvolle Beschäftigung für Deinen Hund ist, denn er wird hierbei auch geistig ausgelastet und Du trainierst Frustrationstoleranz und Impulskontrolle.

Wichtig ist, dass Dein Hund absofort aber generell nur noch nach Deiner Freigabe Futter aufnehmen darf. Wenn Du also gerne mit Deinem Hund Leckerlisuchspiele machst, sollte es selbstverständlich sein, dass Du ihm die Suche frei gibst. Hilfreich ist es zudem auch, wenn Du Dir angewöhnst, sein normales Fressen innerhalb der Wohnung freizugeben.

Giftköder
Menschen können so widerlich sein! Solltest Du einen Giftköder finden, sichere ihn am besten. Aber achte dabei auch auf Deine eigene Sicherheit. Zudem solltest Du einen Giftköderfund immer zur Anzeige bringen, um andere Hunde vor einem schlimmen Schicksal zu bewahren.

Wenn Du mit Deinem Hund das Anti Giftköder Training übst, solltest Du nicht vergessen, dass Dein Hund nur eine begrenzte Zeitspanne an Aufmerksamkeit hat. Auch sollte er immer mit Spaß bei der Sache sein. Daher solltest Du das Training auf maximal 10-15 Minuten beschränken. Du kannst es ruhig mehrfach in der Woche wiederholen. Aber übertreibe es bitte nicht.

Jeder Hund ist anders: Es gibt wahre “Müllschlucker” und andere Hunde, die von sich aus gar nichts draußen aufnehmen. Zudem sind Hunde Individuen und lernen im unterschiedlichen Tempo. Passe Dein Trainingstempo an Deinen Hund an und nicht anders herum!

 

Bildnachweise: depositphotos.com Shetland sheepdog in front of a dog bait @ huettenhoelscher, Human prepares a dog sausage bait with nails @ huettenhoelscher und Shetland sheepdog in front of a dog bait @ huettenhoelscher

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